Zustand der allgemeinen Verfassung, ein Update

Vor kurzem noch sah die Welt nicht ganz so rosig aus für mich. Kurz vor der Rente, aber immer noch zu weit weg, rechnete ich nicht mehr sehr viele Chancen aus. Es kamen von Euch ein paar schöne Ratschläge, was ich tun könnte, doch irgendetwas in mir sagte ganz einfach: Abwarten und Tee trinken! Natürlich habe ich nicht abgewartet. Nach vielen erfolglosen Bewerbungen an Firmen die für mich in Frage kamen, nahm ich eine andere Strategie. Da viele Firmen nicht mehr selbst sondern über Leihfirmen einstellen, streute ich eine ganze Batterie von Bewerbungen in die Arbeitswelt. Zunächst passierte 4 Monate nichts, doch dann ging alles ziemlich schnell. Ich bekam einen Anruf von einer Leihbude auf die Möglichkeit als CNC Maschinenbediener. Ausgerechnet! CNC! Meine persönliche Hasskappe…

Aber ich ließ mich überzeugen und einen Tag später unterschrieb ich den Arbeitsvertrag. Es ist nicht das Traumgehalt, aber ich komme damit klar. Es gibt da Dinge, die mir wichtiger sind, als das. Vor allem der Wegfall der Gängelei durchs Arbeitsamt. Endlich wieder Ruhe. Das hellt schon mal ordentlich den Horizont auf.

Drei Tage später, also heute, hatte ich meinen ersten Arbeitstag bei DEM Gelenkwellenhersteller in Kiel. 70% vom Weltmarkt beliefert der. Ich hatte die letzte Nacht ziemlich schlecht geschlafen: Was würden für Anforderungen auf mich zukommen, wie sind die neuen Kollegen drauf und vor allem: wo sollte ich parken? DAS war eines meiner essentiellen Probleme. Auf Google Maps konnte ich keinen Firmenparkplatz erkennen. Nun, als ich ankam, war das Tor offen und vor dem Hauptgebäude war Platz genug. 🙂 Jo, alle für die Geschäftsleitung und ich mitten drin… egal, jetzt weiß ich, wo ich parken kann… wenn auch ziemlich eng alles.

So lernte ich zunächst Jan kennen, ein fröhlicher sympathischer Junge, der mir im Schnelldurchlauf die Firma vorstellte. Das hat natürlich auch seine Schattenseiten. Diese Firma ist so groß, dass ich mich im Laufe des Tages noch mehrmals verlaufen sollte. Wo waren die Toiletten noch mal? Die Kantine? Die Stempeluhr? Wo der Automat für die persönliche Schutzausrüstung? Keinen Schimmer… Auch am Ende des ersten Arbeitstages nicht… wo die Sozialräume waren, fand ich auf Anhieb wieder heraus.

Dann lernte ich Stefan kennen, die erfahrene CNC Fachkraft, die mich jetzt anlernen sollte. Stefan kam mir sehr freundlich entgegen, und nach den ersten Sätzen wusste ich, mit dem wird es bestimmt richtig gut laufen. Und so war es auch. Wir bedienten 4 Hämmermaschinen die zur Kaltumformung von Gelenkwellen gebraucht wurden. Hämmern, das wusste ich noch aus meiner alten Firma ist laut – sehr laut. Unsere Verständigung war nicht immer die Beste, irgendwann klappte das aber auch. Gehörschutz musste den ganzen Tag getragen werden, Handschuhe auch. Und das bei einer gefühlten tropischen Hitze. Solche Maschinen sondern eine Wärme ab, das ist unglaublich. Und Klimaanlagen für die Beschäftigten: Wo kommen wir denn da hin…

Meine erste Aufgabe bestand darin, Die Zufuhr von Werkstücken klarzustellen. Das hieß: Eine große Kiste mit Rohlingen, oder teilweise bearbeiteten Rohlingen aus dem Puffer holen, vor der Maschine abstellen und den Zulauf sichern. Drei bis vier Wellen auf einmal in die Hand und in einen Förderschacht legen. Da nun aber vier Maschinen zu bestücken waren summierte sich diese Arbeit mal vier. Natürlich teilten Stefan und ich uns diese Arbeit. Dennoch: ich hatte den ganzen Tag keinen Leerlauf. Denn irgendwann waren die leeren Kisten in den Maschinen auch mal voll, die mussten dann entnommen werden, eine leere Kiste wieder hinein und weiter ging es.

Stefan brachte mir dann wie nebenbei auch noch die erforderlichen Schritte zu diesen letzten Arbeitsgängen bei. Ehrlich gesagt, ich hatte nicht erwartet, das jemals zu behalten… CNC und ich… doch es kam anders: Bis Feierabend lief das richtig rund. Erster Tag vollkommen gelungen.

Was mich allerdings am meisten stört das sind die Arbeitsbedingungen aufgrund der Pandemie Vorschriften. Und davon am meisten das Tragen der Maske. Arbeiten und Maske tragen, am besten noch mit Schutzbrille bei dieser Hitze bringt dich an den Rand des Wahnsinns… Gott sei Dank musste ich das Ding nicht andauernd tragen, sonst wäre ich gleich wieder gegangen.

Das Fazit des Tages: Ich gehe morgen wieder hin… 🙂

Kennt Ihr das auch T.II

14.50 Uhr im Impfzentrum angekommen,

15.00 Uhr ersten Pieks in Empfang genommen,

15.15 Uhr Impfzentrum verlassen.

Perfekt!

Kleine Anmerkung noch für Dich Birgit, weil Du die Verkehrssituation in Eckernförde kennst 🙂

Durch Eckernförde habe ich eine geschlagene halbe Stunde gebraucht— GrrrrrrmbL….

Kennt Ihr das auch?

Seit zwei Wochen versuche ich nun einen Termin für die Gruppe ab 60 zu bekommen… Es war die Hölle… ein Glücksspiel… eine Lotterie…
Und so habe ich am letzten Freitag etwas getan, was ich so nie getan hätte: Ich war mit drei PC’s und meinem Smartphone auf der Jagd nach einem Termin. Das ging auch erst gut los. 50.000 ca vor mir auf den PC’s bei 75.000 verfügbaren Terminen. Auf dem Smartphone stand die Zahl bei ca.33.000, was wohl auch daran lag, dass ich ca. 1,5 Std. vorher schon die Seite aufgerufen hatte und sie offen gelassen habe. Doch dann: nach ca. 20-25min. war die Seite eingefroren. Da ging nix mehr. Schon wieder ein Defekt, wie so oft vorher bei deren Servern? Ich rief meinen Freund an, der sagte ich sollte mir ruhig einen Tee machen und warten. Gesagt, getan.

Und nach weiteren 20 Minuten schoss die Zahl von 33.000 auf 250 Personen vor mir. Ich wartete also geduldig bis ich an der Reihe war. Das Fenster zur Anmeldung ging auf, ich gab meine Daten ein und klickte die vorgeschlagenen Termine an:

Es tut uns leid, ihr Termin wurde soeben vergeben.

Und das passierte noch einige Male mehr. Ich wollte schon aufgeben, weil ich dieses System einfach nicht verstand… doch nach dem vierten mal wieder einen neuen Termin aussuchen, bekam ich 10 Terminvorschläge in Büdelsdorf bei Rendsburg. Die habe ich von oben nach unten angeklickt. Wohlgemerkt in einer affenartigen Geschwindigkeit. 🙂

1-9, das gleiche Spiel wie beim ersten Mal: Doch dann bekam ich endlich den heiß ersehnten Termin für den ersten Pieks. Wollen mal sehen, wie das abläuft. Ich werde berichten. 🙂

Ein Wort noch zu dieser Lotterie: Was sich die Zuständigen da für Schleswig-Holstein an Reservierungsmöglichkeit ausgedacht haben, ist ehrlich ein echtes Armutszeugnis…

Zustand der momentanen Verfassung NT :-)

Manchmal hab ich das mit Symbolen… oder Symbolcharaktern… 🙂 Ich hatte dieses Bild schon einmal verwendet für einen gleichen Post vor 10 Jahren. Da wusste ich auch nicht weiter, fast die gleiche Situation. Und da fragte ich: Welchen Weg soll ich nehmen? Den Linken oder den Rechten? Oder mal völlig aus der Spur? Richtig ist: Lokführer werden gesucht. Richtig ist auch: Piloten von Lufthansamaschinen werden bei Arbeitslosigkeit wie Ungelernte behandelt. Muss man sich mal rein ziehen… Weiterhin: 🙂 Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung eines 61-jährigen zum Lokführer? 10 Monate dauert die Umschulung, dann würde ich fast 62 sein. In Rente gehe ich 1,5 Jahre später. Macht das für die Bahn einen Sinn? Ich denke nicht. Lokführer fällt also raus, liebe Junimond… 🙂 Obwohl es nicht das Schlechteste wäre.

Gestern sind wieder drei Bewerbungen an Seelenverkäufer raus gegangen, wovon ich heute schon die erste Antwort bekam: Vielen Dank für Ihre Bewerbung, wir werden das alles noch prüfen, kann dauern, bitte haben Sie Geduld, bei der Fülle der Bewerbungen… Jo… keine Fragen mehr. Mal sehen, wann ich von den anderen Beiden etwas höre, wenn überhaupt. Das Gehalt ist sehr üppig bei den Jungs. Zwischen 10,15 und 10,50 Euro sind wahrlich große Sprünge möglich. Vor 5 Monaten habe ich noch fast das Doppelte verdient.

Man hat es nicht leicht mit 61… aber das hat man auch schon mit 51 nicht…. Und das war schon vor Jahren die Realität:

Das Spiel geht weiter… 🙂

Zustand der allgemeinen Verfassung

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos…

Am Mittwoch letzte Woche hatte ich ein Bewerbungsgespräch. Ich bin dort eigentlich recht entspannt angetreten. Und so war es dann auch: ein sehr entspanntes und angenehmes Gespräch. Meine Fähigkeiten: Ich arbeite im Team genauso wie selbstständig. ich bin ordentlich und kann auch bei Stress ziemlich cool bleiben. Ich bin über 30 Jahre in einer Abteilung der Galvanik hängen geblieben. Ich kann brünieren, anodisieren, sandstrahlen, glasperlenstrahlen, zinkphosphatieren und was man sonst noch so für die Oberflächenbearbeitung von Metallen braucht.

Ich habe mich auf Vorschlag des Arbeitsamtes auf diese Stelle beworben – das muss man ja, weil, sonst werden die böse. Gesucht wurde ein Mitarbeiter für Lagertätigkeiten, kleinere Reparaturen von Strandkörben, Tischen, Regalen, Schränken, mit einer guten Portion Erfahrung in der Holzbearbeitung.

Meine Spezifikationen liegen dem Arbeitsamt vor. Nun vergleicht doch einmal selbst und sagt mir, wie groß ist die Übereinstimmung der geforderten Eigenschaften?

Trotz Allem war ich guter Dinge: Vielleicht ein paar Tage Praktikum, mal rein schnuppern in die Geschichte, ob es etwas werden könnte… So waren wir verblieben.

Um so härter traf mich dann das Ergebnis ein paar Tage später: Ich erhielt eine Absage.

Aber mal ehrlich: Ich glaube, ich hätte als Chef genauso gehandelt. Was soll ich mit einem Galvaniseur in der Holzbearbeitung…Tz

Warum ist das dem Arbeitsamt nicht aufgefallen?

Ich habe meine Kamera gefragt und die hatte diese Antwort. Zuerst verstand ich nicht, was sie meinte, doch dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Und ist die Lage noch verzwickt, am Ende du ein Licht erblickst…

Meine Kamera ist nicht doof…

Ich hab ja noch einige Zeit, um einen Job zu bekommen… aber mit 61… ist die Luft verdammt dünn…

Ich gebe trotzdem noch nicht auf…

Stay tuned… :-))

Saxtorf

Ich musste meinen fotografischen Kreis einfach mal vergrößern, und wenn es auch nur um zwei Kilometer ging. Diesmal wanderte ich schon ziemlich früh zu unserem zweiten Waldstück, ganz in der Nähe. Wir sind ja hier oben gesegnet mit Gutshäusern ohne Ende. Die meisten allerdings verarmter Landadel. So auch Saxtorf. Doch dazu etwas später. Für weiter führende Informationen sei dieser Link von 2011.

https://www.n-tv.de/reise/Besuch-im-19-Jahrhundert-article4218206.html

Zunächst jedoch lande ich erst einmal im Wald(stück). Schon am Waldrand erwarten mich geisterhafte Bäume.

Es ist fast schon erschreckend, der Baumbestand alter und kranker Bäume ist unübersehbar. Kurz darauf erkenne ich eine schimmernde Fläche und nehme an, dass es ein Gewässer ist. Und so ist es auch:

Der Zugang ist allerdings mit mannshohen, jetzt noch vertrockneten Brombeerwildwuchs verdeckt. Das Zeug wächst überall. Das ich doch noch einen Zugang gefunden habe, ist wohl reiner Zufall. Ach so, nebenbei bemerkt 🙂 Das Objektiv ist natürlich das Helios 44. 100 Meter weiter dann die nächste Wasserfläche. Sie scheint mit der anderen verbunden zu sein, Stetig rieselt Wasser über einen kleinen Rinnsal auf dem Weg zur anderen Seite. Auch hier versuche ich mein Glück, und tatsächlich, hier komme ich etwas leichter an das „Ufer“.

Am Wegesrand blühen zahlreiche Schneeglöckchen, zumindest etwas Erfreuliches…

Früher, eigentlich noch gar nicht so lange her, wurde in diesem Wald ein „Freiluft Gottesdienst“ abgehalten. Wie oft, keine Ahnung. Es stand jedenfalls ein riesiges Kreuz aus Stein auf diesem „Platz“. Heute ist es kein Platz mehr, alles mit Brombeerbüschen überwuchert. Und an einen Gottesdienst erinnert nur noch ein altes verwittertes Holzkreuz.

Weiter geht es Richtung Saxtorf. Und da konnte ich mal wieder ein schönes Wolkenbild erwischen.

Genau so wie ich es liebe… 🙂 Ich erreiche vor Saxtorf noch die großen Hallen für die Betriebsmittel, die auch mehr rostig als neu aussehen. Davor entdecke ich mehrere rostige landwirtschaftliche Geräte. Wenn ich einmal etwas zum Thema Rost knipsen sollte, dann wohl dort. 🙂

Ich erreiche Saxtorf. Wenn man jetzt diese Bilder mit meinem Link von 2011 vergleicht kann man es kaum glauben. Das Haupthaus mit den mächtigen Seitenteilen und dem Turm steht nach wie vor stolz auf dem Boden. Doch die Nebenhäuser sind völlig zerstört. Wahrscheinlich von den letzten Stürmen. Ich war auch lang schon nicht mehr dort. Das Haupthaus konnte ich zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht ablichten, es wurde von einem dieser Monstertrecker mit Giftspritzanlage verdeckt :-(. Egal, ich liefere es irgendwann nach. Was sofort auffiel: Zum ehemaligen Zugang hatte sich nichts verändert, der sah schon vor 30 Jahren so aus:

Viel sehen konnte man ohnehin nicht…

Fast schon ein Geisterhaus… ich glaube, ich werde es mal beim nächsten Nebel knipsen… 🙂

Also, für mich sieht Glanz anders aus…

Auch vom Schlossgraben, der einmal fast rundherum führte ist nicht mehr viel übrig…

Das ich mich einmal mit so etwas beschäftigen würde, hätte ich mir selbst nie träumen lassen. Dennoch sehe ich es als Bereicherung. Ich lerne weiterhin die Fähigkeiten meines Objektivs kennen, und vor allen Dingen meine nähere Umgebung sehe ich in einem völlig neuem Licht. Im wahrsten Sinne des Wortes. 🙂 Ich war auch am Überlegen, einige Bilder in SW zu präsentieren, des Dokucharakters wegen, doch im Nachhinein stellte sich heraus, dass SW einfach nicht passte – MIR nicht passte. So kann’s gehen. Stay tuned…