Zustand der allgemeinen Verfassung, Update IV

18.01.2022

Boostertermin 🙂

Ist eine lange Zeit her, seit dem letzten Update. Wie geht es mir zu Zeit? Eine Frage, die mir häufig gestellt wird. Oder ist das nichts als eine Floskel: „Moin! Wie geht es dir?“ Was antwortete man darauf? Sagt man: „Och, ganz gut..:“ auch wenn es einem nicht so gut geht, weil man…

Mist! Ich soll doch nicht „man“ sagen!!!! Von meiner Person ist die Rede! Also, … auch wenn es mir nicht so gut geht, nur um gute Miene zum bösen Spiel zu machen?

Oder soll ich direkt antworten: „Wie gehabt, nicht so gut…“ nur um ein betretenes Schweigen bei meinem Gegenüber zu hinterlassen…

Also, wie geht es mir?

Es ist viel passiert seit dem letzten Mal, oder auch nix… wo fange ich an?

Termin beim Arbeitsamt. Schlechtes Gefühl in der Magengegend. Das war Ende Juni letzten Jahres. Doch ich wurde nicht verhackstückt, eher das Gegenteil – zu meiner großen Überraschung. Ich bekam eine Maßnahme bei der DAA in Eckernförde verschrieben die da hieß: Werkakademie…

Originaltext aus dem Fleyer:

Die Idee zur Werkakademie stammt ursprünglich von Dick Vink aus den Niederlanden. Über allem steht das Motto: „It’s your job to find a job!“ (Es ist ihre Aufgabe eine Arbeit zu finden!)

Es wird davon ausgegangen, dass ich der Experte für mein Leben bin. Die Werkakademie stellt mich als Mensch und Individuum in den Mittelpunkt. Die Methoden sind lösungs- und handlungsorientiert.

Das Klima in der Werkakademie ist wertschätzend und respektvoll ausgerichtet. Es gibt Raum und Zeit für Einzelgespräche mit den Coaches sowie dem wertvollen Austausch innerhalb der Gruppe.

Themen wie z.B. die persönliche Lebenssituation oder berufliche Orientierung werden in Einzel- und Gruppenarbeit behandelt.

Und bei allem darf ein guter Kaffee nicht fehlen!

Meine Vorteile:

Die konkreten Inhalte orientieren sich an den aktuellen Bedürfnissen der Teilnehmer*innen und der Gruppe.

Ich werde fest in die Gruppe integriert und kann bei der Gestaltung des Kurses mitwirken.

Ich werde begleitet bei den Veränderungsprozessen.

Ein roter Faden verschiedener Aufgabenstellungen und Fragen bietet die Möglichkeit der Selbstreflexion und dem (Wieder-) erkennen eigener Resourcen…

Soviel dazu.

Eines vorweg: Eine gute Tasse Kaffee habe ich dort nie gesehen! 🙂

Das drei Stunden, drei mal die Woche in 28 Tagen… Zieht sich ganz schön hin.

Aus vertraglichen Gründen darf ich, wie und was genau durchgeführt wurde, keine Angaben machen. Daher jetzt schon das Ende der Maßnahme: … hat nicht zum Erfolg geführt!

Was war geschehen? Es gab bisher keine (!) Maßnahme, Lehrgang, Schulung, whatever, die ich nicht „bestanden“ hätte. Hier habe ich zum ersten mal versagt. Aber war das jetzt wichtig? Irgendwie riss mich die Maßnahme immer tiefer in den Sumpf, aus dem ich allein nicht mehr heraus kam. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass man mir wirklich helfen wollte. Doch wie sollten sie auch; jedes Mal wenn das Thema auf die Arbeitssuche oder Bewerbung schreiben kam, blockierte ich alles. Das Ende vom Lied: „Ja, dann bist du eben noch nicht bereit dazu. Suche dir einen Therapeuten, lasse dich lang genug krank schreiben und versuche es so in den Griff zu bekommen!“

Ich ließ mich also krank schreiben und begab mich auf die Suche… 🙂 ein Unterfangen welches völlig unmöglich erschien. Wartezeiten bis – über ein Jahr waren keine Seltenheit. Von meinem Hausarzt bekam ich die Nummer 116 117, darüber werden Termine vergeben, wenn man absolut nichts erreicht. Und so erhielt ich einen Termin für ein Vorgespräch ob eine weitere Behandlung überhaupt Sinn ergibt. Schon nach 45 Minuten erklärte mir die Therapeutin:

„Junger Mann, sie sind hier völlig falsch! Ich gebe ihnen eine Adresse, woran sie sich wenden können um weitere Maßnahmen zu veranlassen.

Es handelte sich dabei um eine „Lebensberatung zur Erstellung neuer Perspektiven“. Diese wurde von der Diakonie in Eckernförde angeboten.

Ich entschied mich das Ganze noch mal zu überdenken und meldete mich am folgenden Tag wieder arbeitssuchend… mit dem schlechtesten Gefühl meines Lebens.

Eine Begebenheit hat mich wohl sehr beschäftigt bei der DAA: „Was bedeutet ein guter Freund für Dich?“ So hieß die Frage eines Morgens für die Gruppe… Nun, wir alle sollten wissen was der für uns bedeutet. Das wurde dann auch geklärt. Aber was dann folgte, bimmelte wie eine Alarmglocke in meinem Hirn nach dem Ausscheiden, jetzt in diesem Moment:

„Bist du dir selbst ein guter Freund?“

Nachdem also sämtliche Merkmale zur Aufgabenstellung gefunden worden waren, wurde alles auf mich selbst projiziert und noch sah ich keinerlei Handlungsbedarf die Sache weiter zu hinterfragen. Doch Anfang/Mitte Dezember letzten Jahres kam es zu einigen Spitzlichtern, die mich wieder an diese Frage erinnerten: Da war zunächst die Tatsache, dass ich das Gefühl hatte, nichts mehr richtig deutlich zu hören. Die beste Frau von Allen riet mir zu einem Besuch beim Ohrenarzt. 🙂 Termin?

:-))) Klar, brauche ich nicht weiter ausführen. Doch auch die Zeit verstrich und dann saß ich da, und dann ging alles sehr schnell. Wirklich schnell… was der da an Dreck aus den Ohren geholt hat, hat selbst mich erschrocken, und schon im gleichen Moment, hörte ich wieder sehr gut… glaubte ich.

Der anschließende Hörtest ergab dann: „Junger Mann, sie hören nicht so gut, wie sie es eigentlich sollten. Ich gebe ihnen mal eine Überweisung zu einem Hörgeräteakustiker.“

WATT IS????

Jo, nach dem Besuch dort erlebte ich eine Offenbarung. Ich bekam also zwei Hörgeräte der mittleren Preisklasse angepasst und meine Welt war wieder in Ordnung! So toll habe ich zum Beispiel meine Schallplatten seit Jahren schon nicht mehr gehört. Gott, war ich selig…

Bis… ja bis zu dem Tag, wo ich wieder bei sonnigem Gegenlicht einfach nichts mehr sah, die Augen anfingen zu tränen und ich fast verzweifelte an der Frage: Was zur Hölle ist denn das schon wieder?Ich bemerkte dieses Phänomen schon seit einigen Jahren. Besonders beim Rasen mähen im Gegenlicht. Es brachte mich schier auf die Palme!

Also Termin beim Augenarzt: :-))))) brauche ich auch nicht zu erläutern, nicht wahr?

Doch es kam anders: Ich bekam relativ schnell einen Termin. Und als ich dort eintrudelte ging auch alles sehr schnell… was mit moderner Technik alles möglich war…

Dann wurden mir die Augen einzeln vorgenommen. Was für eine Prozedur. Und dann bestätigte sich das, was man mir bei Fiehlmann bei der Anpassung einer neuen Brille schon gesagt hatte:

„Ihre Sehkraft auf dem rechten Auge lässt nach…“

Tja, Anfang eines Grauen Stars… ergab die Untersuchung.

Was mir da auf einmal alles durch den Kopf ging, kann sich keiner vorstellen:

Wie wirkt sich das jetzt auf meine Fotografie aus?

Muss ich gar operiert werden?

Werde ich blind? Auf einem Auge?

Wie geht das weiter?

Erst einmal Ruhe bewahren. Der Graue Star ist heilbar, wenn auch nur mit einer Operation. Die bei örtlicher Betäubung ausgeführt wird und rasch erledigt ist. Doch zunächst bekam ich einen weiteren Termin im April zur Anpassung einer neuen Brille… Ist wohl noch nicht schlimm genug für eine OP. OK…

In der Zwischenzeit meldete ich mich bei der Diakonie in Eckernförde zwecks eines Termins zur Lebenshilfe.
„Sorry, tut uns leid, aber diesen Punkt bieten wir nicht mehr an in Eckernförde.“

„So? Wo dann?“

„Das kann ich Ihnen nicht sagen…“
„Wer kann mir das sagen…“

„Wenden Sie sich mal an den Kreis…“

… … …

Donnerstag geht’s wieder zum Arbeitsamt zur Erläuterung der Situation…

Wieder mit einem sehr, sehr flauem Gefühl im Magen…

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