Schietwetter! Schietwetter?

Ganz und gar nicht!

Novemberlicht

Neblig ist es, aber nicht unbedingt zu kalt für diese Jahreszeit. Meine Fenster sind abgedunkelt, wie so gut wie jeden Tag. Macht sich halt nicht gut mit der Sonne beim Bilder bearbeiten. Ich beschließe die Plissee-Rollos nach oben zu schieben um beim Schreiben ein wenig hinaus zu schauen. Im Hintergrund läuft mein Lieblings Countrysender aus Wainsbourogh USA. Ich liebe Country. Nicht schon immer, aber je älter ich werde, um so mehr. Immer irgendwie Heile Welt. Auch mal Herzschmerz, aber sonst genau mein Ding. Mit dieser lauten Sch…. kann ich nix anfangen. Aber jeder wie er’s braucht! 🙂

Ich sehe viele bunte Blätter an den Bäumen. Wie jedes Jahr im Herbst. Ich habe mir vorgenommen, diese kleinen Ereignisse viel mehr zu würdigen. Sind sie doch alle kleine „Wunder“. Es ist 11.30 Uhr. Und ich überlege schon ein wenig länger, ob ich noch einmal hinaus gehen sollte um dieses Novemberlicht angemessen zu würdigen.

Aus einem Schornstein windet sich Rauch, wird von dem leichten Wind sofort in alle Richtungen verteilt und in meinem direkten Blickfeld steht eine Straßenlaterne. Ich verfluche sie schon seit Jahrzehnten. Als der längst pensionierte Pastor der genau dort wohnte diese Lampe beantragte ahnte ich noch nicht, was die für einen Unbill für mich bringen sollte. Sie blendet ständig. Ohne Vorhänge geht gar nix. Legst du dich mal auf die Couch, Fenster zuziehen macht man ja nicht, wenn es dämmert… Bämm blendet das Scheißding. Oben im Büro, wo ich jetzt bin, knallt sie mir das Licht in die Fresse beim Bilder bearbeiten. Also hoch vom Stuhl und Jalousien runter!… Einmal wurde es mir zu blöd, da habe ich mal ordentlich gegen den Fuß der Lampe getreten. Hat kurz gescheppert, dann war das Ding aus.

War das angenehm… leider nur für einige Tage. Irgend jemand muss dem Bürgermeister gesteckt haben, dass diese Dreckslampe kaputt ist, und ohne Lampe kann man sich ja nicht sicher fühlen. Manchmal denke ich daran, wie es wohl wäre, wenn ich mal kurzen Prozess machen und das Scheißteil abflexen würde. Mich hat schließlich keiner gefragt, ob es mich stören würde, das bisschen Mehr an Sicherheit. Sollen die doch ihre Füße richtig anheben beim Gehen… oder denken die gar daran, dass man hier überf….. Muahhhhhahahahha….

Jetzt raucht der andere Schornstein, rechts… Scheint der von der Heizung zu sein. Der Schornstein links hat wohl etwas mit dem Kamin zu tun… Kamin… jetzt… wir haben 11°…

Ich werde wohl doch noch los fahren und ein paar Novemberlicht Bilder schießen… wird ja nun wieder sehr früh dunkel…

Kleiner Blick um die Ecke in den Garten meiner Schwägerin… Da ist auch nix anders.

Gesagt, getan. Zum Einsatz kam meine 5D MkIII mit einem uralten Glas von Sigma. Das steckte schon auf meiner 10D. 2.8/28-70mm So richtig scharf bildet das nicht ab. Ist wohl für die mkIII völlig unter dimensioniert. 🙂 Völlig Latz! Mein geiles Tamron 2.8/24-70mm wurde durch einen zweiten Crash in Kanada völlig unbrauchbar. 3 mal zum Service, drei mal kam eine andere Version wieder. :-))) Da hab ich das Ding erst einmal auf Halde gelegt und werde es wohl als „feste“ Squeezerlens nutzen. So mächtig verzeichnet die Kiste.

Kommen wir zu etwas völlig anderem: Ich setzte mich also ins Auto und fuhr nach Eckernförde.

Wir befinden uns auf der Rückseite des „Alten Kaiserhof“. Dieses Gebäude ist Denkmalgeschützt, doch was der Eigentümer damit vorhat weiß man nicht. Es verfällt schon seit einigen Jahren. Ich kenne es noch als Discothek „Calypso“, als Nachtclub „Gigi“ und als Restaurant „Alter Kaiserhof“. Doch auch weit vor meiner Zeit war die Verwendung dieses Gebäudes geschichtsträchtig.
Mittlerweile musste man den Zugang zur Vorderseite, bzw. zur Straßenseite ordentlich absichern. Irgendwie kam bei mir nur ein Kopfschütteln zustande…
Schade um dieses schöne Gebäude. Nein, ich habe keinen allgemein gültigen und auch keinen anderen Zugang zum Gebäude gefunden. 🙂 Urbexen ist also nicht… 😦
Hier noch einmal von vorn. Der untere teil war bis zuletzt noch ein Restaurant mit unglaublich guten Pizzen… Rechts der Erker war der Eingang zum Nightclub „Gigi“… Ich hätte doch zu gerne mal gewusst, wie es jetzt dort aussieht… 😉

Einen der ganz wenigen kostenfreien Parkplätze aufgesucht, den Wagen geparkt und ab ging es Richtung Altstadt. Und wenn man vom anderen Ende Eckernfördes diese Richtung einschlägt, kommt einem alles wieder völlig anders vor. 🙂 Komisch? Mitnichten. Ich gehe jede Route immer aus zwei Richtungen. Mittlerweile nieselte es schon heftig. Geil, dachte ich, mein Wetter! Und so war es auch. In der Altstadt angekommen, fiel mir sofort etwas auf. Etwas, was nicht oft, fast nie anzutreffen ist: eine Altstadt OHNE Autos, Fahrräder, Gerümpel… Und der kleine Reinhard knipste, was das Zeug her gab. Wer weiß, wann ich so eine Gelegenheit wieder bekommen würde.

https://www.kn-online.de/Mehr/Bilder/Bilder-Eckernfoerde/Fotostrecke-Das-Designer-Klo-von-Eckernfoerde-Borby

Bei einem Preis von über 100.000 Euro gehen die Meinungen zu diesem Gebäude natürlich weit auseinander.

Der Weg ging dann wieder zurück über die Holzbrücke, eines der Wahrzeichen von Eckernförde. Sie verbindet Eckernförde mit dem Stadtteil Borby. Obwohl – eigentlich auch wieder nicht… Ein kleiner Umweg erledigt das auch… Sag nie zu einem Borbyer, er sei Eckernförder… :-)))) Der Blick von der anderen Seite des Hafenbeckens schenkte mir schöne graue Schlechtwetter-Bilder. Jo, so wollte ich das haben.

Seeehr begehrte Plätze – im Sommer!
Kurz mal wieder meiner Kamera nachgegeben, die wollte auch mal wieder ein Bild machen! 🙂
Unsere altehrwürdige Holzbrücke
Verursacht bei mir immer wieder Bauchschmerzen… wer weiß, was das arme Tier gerade erleiden muss… 😦
Selbst im dichtesten Nebel kann man die Fischkutter immer noch an ihren bunten Farben erkennen…
Mal schauen ob ich hin gehe. Eigentlich müsste ich. Schon allein deshalb um zu sehen, dass seine Bilder besser sind als die Bewerbungsfotos die er von mir gemacht hat. 🙂
Jetzt wurde das Wetter immer schlechter und die Bilder immer besser… 🙂
Schietwetter – das Beste was mir heute passieren konnte…

Und erst als ich mich auf den Weg zum Parkplatz zurück machte, merkte ich, wie nass ich eigentlich geworden war! Egal! Nass – aber glücklich!

In der Postproduktion bekam ich dann die Ergebnisse zu sehen. Schön, wenn man so etwas über einen großen Monitor betrachten kann, was man da versucht hat zu belichten. 🙂

Wie gesagt, dass Objektiv machte mir das Ablichten nicht zum Vergnügen. Teilweise matschig und unscharf erschienen die Aufnahmen. Aber:

Ich lud, die schlimmsten in mein mittlerweile heiß geliebtes AFFINITY und begann langsam zu entwickeln. Jeder einzelne Schritt entlockte mir ein AHA, oder auch Ohhh… am Schluss war ich vom Ergebnis fast überrascht… 🙂

Ich freue mich schon auf den nächste Schietwettertag… 🙂

Einmal drehte ich mich noch um und blickte in die Eckernförder Bucht – das nächste Mal könnte es ruhig noch – schlimmer sein! 🙂

🙂

2 Gedanken zu „Schietwetter! Schietwetter?

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