Benjamin

Etwas, womit ich mich viel zu selten befasse, ist die Reportage oder Streetfotografie. Damals war es noch nicht ganz so heftig wie heute mit der DSGVO. Einerseits ist es ja völlig in Ordnung, der heutige Umgang mit der Privatsphäre. Andererseits schränkt es die Möglichkeiten enorm ein. Ich erinnere mich an ein Bild aus dem Jahre 1966. Mein kleiner Bruder und ich drückten uns mal wieder die Nasen am Schaufenster von Spielzeug Carstensen platt. Was gab es da alles zu sehen, so kurz vor Weihnachten. Und wir träumten ein wenig davon, was wohl der Weihnachtsmann bringen würde.

Am nächsten Morgen sahen wir uns in der Eckernförder Zeitung wieder, groß mit dem Titel:

Das Staunen vor der Spielzeugherrlichkeit.

Ja, aber was war damals anders als heute? WIR waren richtig stolz auf dieses Bild. Es war etwas völlig geiles in der Zeitung zu sein. WAS hat sich bis heute daran geändert?

Später hatte ich selbst einige Bilder, die ich selbst geschossen hatte in verschiedenen Printmedien. Bis in die 00er Jahre waren „meine“ Mädchen stolz auf die jeweiligen Abdrücke in verschiedenen Zeitschriften. Die wurden gleich gekauft und noch stolzer den Freundinnen präsentiert. WAS hat sich bis heute geändert? Ist das denn heute nicht mehr so?

Weit gefehlt! Wenn ich mir dieses Gegacker bei Gntm anschaue, wenn Fotostrecken für was weiß ich für Zeitschriften ausgelobt werden, sind die immer noch hell auf begeistert.

WAS ist anders?

Wenn ich die ganzen Fotos, die bisher bei dieser neuen Staffel betrachte, kommen mir Zweifel auf, ob so etwas noch „schön“ zu nennen ist. Das was der Kristian Schuller da abliefert ist unter meiner Würde. Auch bei Rankin werde ich immer unsicherer…

Egal, zurück zum Bild oben.

Ich befinde mich in einer U-Bahn von München. Anwesend sind meine Frau, und unsere Freunde mit Kind, eben Benjamin. Der hatte an diesem Tag wohl keine Lust mit dem Altvolk mit zu rennen. Doch was nützte es. Seine Laune wurde immer mieser und irgendwann begann er lautstark kund zu tun, was ihm nicht passte.

Jetzt begann es für mich interessant zu werden. In München habe ich zu jedem Zeitpunkt die Kamera dabei, man weiß nie wer einem da über den Weg rennt. Nun, in diesem Fall beobachtete ich Benjamin noch eine Minute ungefähr, da kam es aus ihm heraus…

Schätze mal, perfekter Moment. 🙂

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