Canada 10.0 Teil 5

13.09.2019 15.30 Uhr Little Qualicum Falls Campground

7.00 Uhr. Immer noch Pachedaht Campground. Sabine geht Duschen – ich nicht! Bin doch nicht lebensmüde. Nachts hat es zeitweise geregnet. Im Moment ist es wolkig, ich hoffe, es bleibt zumindest trocken.

7.36 Uhr. Es regnet mal wieder 😦

Auf diesem Campground gibt es „Diogenestonnen“. Einzelne liegende Behausungen aus Holz, rund und sie stellen mit ihren verschieden farbigen Kunsstoffplanenabdeckungen richtige Farbtupfer auf dem Platz dar. Es sind reine Schlafplätze, nicht mehr. Aber wenn man aufwacht sieht man durch ein Riesenbullauge auf die Landschaft, die man zuletzt auch gesehen hat, als man eingeschlafen ist.

Möchte nicht wissen, was die kosten.

Wenn ich aus dem Fenster schaue steht links von mir eine riesige Tsunami- Warneinrichtung. Ehrlich gesagt, das Ding muss unglaublich laut sein, wenn das mal loslegt.

Ansonsten sind auf diesem Platz alle möglichen Behausungen vertreten; Zelte, Autos, Wohnmobile…

Gestern hatte ein Pärchen Newbies extreme Probleme… 🙂
Der junge Mann hatte sein Van Conversation (etwas größer als ein VW Bus) völlig in dem lockeren Sand festgefahren. Ohoh…

Erst versuchte er sich mit einem Spaten auszugraben. Das war aber so gut wie unmöglich. Kurze Zeit später erschien darauf hin ein Pick up Truck und zog ihn mit einer schweren Kette aus diesem treibsandähnlichem Zeug heraus.

Und dann passten die Cityconections nicht so richtig – Strom OK, Wasser ohoh… Ja, da gab es einige Unstimmigkeiten mit der Koordination zwischen den Beiden… er saß im Fahrzeug und wollte das Ding erst einmal passend hinstellen, hatte aber immer noch die Versorgungsutensilien im Weg. Doch da mussten sie jetzt durch…

„Pass auf das Kabel auf!“

„Welches Kabel“, kam es fragend zurück.

„Na das Stromkabel!“

„Was soll ich denn damit machen?“

„Aufpassen, dass ich nicht drüber fahre!“

„Wie denn?“

Ohoh…

Ich drehe mich dann doch lieber weg von dieser Situation und blicke auf den Pazifik – was will man mehr! Es ist extrem mild.

8.00 Uhr – Sabine ist zurück – lebend 🙂 und wir versuchen zu frühstücken.

Gegen 10.00 Uhr kommen wir denn auch endlich los. Die Fahrt nach Duncan ist sehr anstrengend. Sabine findet die Straße allerdings lustich… sehr kurvenreich und schmal… Na dann…

Ein Vergnügen ist etwas Anderes…

In Duncan suchen wir den REAL CANADIAN SUPERSTORE auf, um noch einige Kleinigkeiten einzukaufen. Kleinigkeiten! Es gab schon einen Streit bei der Auswahl des Einkaufsmediums. Wagen oder Korb? Ich entscheide mich für einen Korb. Im Laden selbst merke ich sehr schnell, dass das die falsche Wahl war. 😦 Kleinigkeiten!!! Es wird mal wieder so viel, dass ich doch einen Wagen holen muss Grmmbl… So viel zum Thema Kleinigkeiten. Sabine hat für 85 Can$ eingekauft. Sie hatte aber eine Gutscheinkarte noch von vor vier Jahren über 25 Can$. Sie musste eine Nummer frei rubbeln und schon hatte sie 25 Can$ gespart. Ist schon verrückt dieses Land.

Mittlerweile regnet es unaufhörlich. Nicht schön, aber zumindest war es nicht kalt. Im Moment sitze ich in unserem Omsel um 16.00 Uhr auf einem Bezahl-Parkplatz, bei dem Sabine nix zahlt (!) Ich warte darauf, dass sie von einem Bäcker zurück kommt, den sie vor vier Jahren auch schon besucht hat. Na wenn das man gut geht. Doch es kommt kein Polizist und auch sonst niemand, wenn man von einigen zwielichtig anmutenden Indianern absieht, die sich ebenfalls auf dem Parkplatz rum drücken.

Anschließend geht es weiter zu einem Walmart, weil sie glaubt, dort endlich eine isolierte Kaffeekanne zu bekommen. Wir haben nämlich nur so eine Kaffeezubereitungskiste an Bord, die ich umgebaut habe um damit einigermaßen Tee zu kochen.

Sabine kommt gerade zurück. Natürlich schon wieder mit einer prallvollen Einkaufstasche. Oh Mann…

Jetzt galt es noch den Walmart zu finden, wo Sabine glaubte eine Thermos-Kaffeekanne zu finden. Denkste. Auch nix. Völlig frustriert geht die Fahrt durch den Regen weiter 🙂 Bis wir an einem A&W Laden vorbei kommen. Fälschlicherweise fährt Sabine in den Drive Thru des Ladens und dann gleich geradeaus weiter… 🙂 Passiert…

Dann hält sie aber richtig und wir konnten uns erst einmal mit den üblichen Verdächtigen stärken… Junior Burger, Mama Burger, Mozza Burger und Papa Burger… Onion Rings, und natürlich French fries. Nicht zu vergessen den obligatorischen Erdbeershake. Früher gab es den noch in einem 1-Liter-Glas- gefrostet… zu einem spottbilligem Preis. Nun, die Zeiten ändern sich.

Wir nutzen noch einmal das W-lan, schicken einige Nachrichten raus und ich komme mir schon genauso blöd vor wie alle anderen… Bloß nicht mit dem Partner sprechen. 26Can$ hat der Spaß nu gekostet.

Und dann begann Sabines Odyssee. Raus aus diesem Irrgarten! Doch das war gar nicht so einfach! Schlimmer als Rendsburg!

Doch wir kommen dann doch noch heraus und fahren schnurstracks zum Little Qualicum Falls Campground. Und kaum hat Sabine den Wagen ausgemacht, nachdem sie sich auf die Stellfläche drapiert hatte, hört es sofort auf zu regnen. Es fängt auch nicht wieder an. Im gleichen Moment hält auch wieder ein Park Warden auf unserem Platz und kassiert die Miete. Wir gehen kurz darauf zu den Falls. War auch nicht schwer. Anschließend zum Omsel zurück, einen Tee kochen. Aber laaaangsam… gaaaanz laaaangsaaam…

Nachdem wir eine kleine Stärkung zu uns genommen hatten, ging es auch gleich zu den Wasserfällen. Es blieb doch tatsächlich trocken. Der Weg dort hin war relativ easy. Wir trafen noch auf einen Spaziergänger mit Hund, es kam zu einem kurzen Gespräch, dann ging es weiter. Die Wasserfälle selbst waren nicht so spektakulär, aber fein. Ich habe mich mal wieder in einer Langzeitbelichtung aus der freien Hand getraut… Tz… Mal sehen, was das geworden ist wenn ich zu Hause bin. Wir verbrachten nicht all zu lang bei den Fällen, denn es wurde zusehends dunkler.

Spiegelungen in einer Pfütze… und davon gab es viele…
Die Natur macht doch noch die besten Bilder…
Manchmal muss man halt auch mal den Weg suchen…

Morgens 10.00 Uhr. Wir fahren wieder von Little Qualicum Falls Campground ab. Es ist mal trocken und es geht in Richtung Ucluelet. Um 11.00 Uhr machen wir einen Stop am Sproat Lake. Neben uns hielt ein Campmobil der Extraklasse. So groß wie bei uns ein Autokraftbus… Ach so, die gibt’s ja schon gar nicht mehr… 🙂

Die weitere Fahrt nach Ucluelet verlief ohne Zwischenfälle, wenn man mal von einer Baustelle absieht. Also wirklich, solche Hangbaustellen sind echt nicht ohne…

Wir halten kurz beim Info Center in Uluelet, nur mal so – und um „W-Lan“ zu haben. Menno! Während der Fahrt begleiten uns wie zuverlässig immer wieder Regenschauern. Doch damit kann ich leben. Kaum hatte ich die Miete für den Campground gelöhnt (120 Can$) Ich glaube die wissen langsam, was sie wert sind, für zwei Nächte, stellte sich doch der Wasserhahn im Himmel ein wenig ab. Es gab fürderhin auch noch Unstimmigkeiten ob der Lage des Platzes auf dem riesigen Campground. Kein Wasserschlauch war lang genug um den Wasseranschluss zum WoMo herzustellen. Zunächst wollten wir dann den Platz mit dem Nachbarn links von uns tauschen…

ich fragte dazu den nächstbesten, der mir über den Weg lief. In diesem Fall wohl der „Hausmeister“ des Platzes, denn er war sehr geschäftig mit einer Harke am werkeln… Irgendwie kam er mir vor wie ein vergessener Hippie… und erst recht wegen dem „linkischem“ Verhalten… 🙂

Dieser Mensch hörte sich mein Problem an und brachte es im Büro vor.

Doch wir hatten Pech, dieser Platz war schon vergeben. Wie so gut wie alle Plätze. Weekend eben.

Tja und dann gab es noch Probleme mit der neuen MASTERcard. Sie wurde nicht akzeptiert. Komisch, in Port Renfrew, von mir wegen des Regens in Port Rainfrew umgetauft, funktionierte das. Dafür klappte es jetzt mit meiner alten… War doch nicht so doof, beide mitgenommen zu haben.

Sabine stellte jetzt den Wagen ein wenig um und jetzt konnte ich zumindest die Wasser- und Stromversorgung herstellen. Kaum hatte ich das beendet begann es wieder zu regnen 😦 und es blieb dabei ;-( 😦 Sabine und ich aßen eine Kleinigkeit und legten uns dann auf’s Bett, Blick Richtung Jachthafen. Dauerte auch nicht lang, da waren wir durch das monotone Geräusch der Regentropfen auf dem Dach eingeschlafen.

Eine gute Stunde später wurden wir von Sabines Handy geweckt. Wir beschlossen das Mittagessen herzurichten. Es regnete immer noch.

Nach dem Essen, es war mittlerweile 21.00 Uhr, bewegte ich mich zu den Duschen. Natürlich widerwillig. Aus gutem Grund… und so war es dann auch: Viel zu eng, unpraktisch und einfach nur jenseits von Wieso das denn? … Nicht gerade gut gelaunt kehrte ich nach dieser Aktion wieder zu unserem Omsel zurück und wollte noch einige Sätze zu Papier bringen. Pustekuchen! Ist mal wieder alles viel zu spät geworden.


Gute Nacht British-Columbia, wo immer sie sind.

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