Flensburg Fotowalk mit den „Fotolehrlingen“

(es war die beste Gruppe, die jemals existiert hat)

Es begab sich zu der Zeit, wo drei Freunde sich in Flensburg trafen um nach langer Zeit der Enthaltsamkeit, was fototechnische Motive anging, einmal wieder gemeinsam dem Hobby zu frönen, welches uns damals zusammen geschweißt hatte.

https://blacktowerpics.wordpress.com/?wref=bif

Mir passte das sehr gut, weil die allerersten Fotos die ich mit Mike damals zusammen erstellte in Schall und Rauch aufgegangen sind, sprich mir ist eine Festplatte komplett abgeraucht. Natürlich (!) habe ich mit dem Hacker meines Vertrauens alles menschenmögliche getan um diese und 1000de andere wiederherzustellen. Das ging auch bis zu einem bestimmten Grad. Dennoch behielten sie Fehler in der Datei die wie Klingeldrähte anmuteten. Man kann es reparieren mit einem dünnen Reparaturpinsel drüber und gut ist. Doch das waren und sind noch meine kleinsten Probleme. Viele Bilder werden schon beim Betrachten regelrecht „zerstört“. Das ist vielleicht ein Gefühl wenn die Bilder aufgemacht werden und du kannst deutlich sehen, wie das Bild unbrauchbar gemacht wird. Bisher konnte ich noch nichts dagegen unternehmen. Komischerweise, werden schon bearbeitete RAWS die in JPG umgewandelt werden und TIFFs in der Regel vor der Zerstörung bewahrt. Das heißt also im Klartext, meine digitalen Negative sind im A…. . Ist jetzt alles nicht so ein lebenswichtiges Drama… nur 1000de wertvolle Bilder aus Kanada zu verlieren, dass tut schon irgendwie weh.

Egal, befassen wir uns jetzt erst einmal mit etwas Wichtigerem. Unser Zusammentreffen mit Mike, Birgit und mir.

„Dat is jetzt aber nich so dolle hier“, hörte man von Birgit sagen, als wir trocken und warm im Auto saßen und uns Richtung Flensburg begaben.

„Hier nich, warte man erst mal ab“, entgegnete ich staubtrocken.

Birgit läutet einen neuen Welttrend ein… 🙂

Munter auf den Parkplatz gefahren, wo wir das Fahrzeug ohne Kostenentwicklung dank einer Firmenparkkarte abstellen konnten. Anschließend Kameras gecheckt und zusammengeschraubt, dann ging es auf Entdeckungstour. Und die hatte es in sich.

Weil ich mich wieder einmal nicht entscheiden konnte, WAS mitnehmen, habe ich meine kleinere Fototasche voll gepackt. Gut 8kg über die Schulter geworfen, Da brachte es auch nicht viel, wenn man die Kamera mit einem Objektiv da heraus und in die Hand nimmt.

Ich hatte mich für den Anfang für die Kombi 5D MkIII mit Flekto – Squeezerlens 50mm entschieden, weil meine zweite Bilderreise in Flensburg auch mit dieser Kombination entstanden sind. Meine erste war noch beschieden mit dem Volna 80mm. Irgendwie erschien mir diese Linse für Stadtansichten nicht so gut gedacht. Daher orderte ich für das nächste Mal eine andere Linse bei Frank Baeseler an. Leider weilt der Gute nicht mehr unter uns, so müssen wir wohl oder übel irgendwie allein mit den uns gegebenen Objektiven klar kommen.

Ich hatte ein sorgfältig ausgearbeitetes Manuskript angefertigt, wie man Flensburg sehr gut entdecken kann. Leider ist das irgendwie untergegangen. So fanden wir uns zunächst am Hafen wieder, was aber irgendwie gar nicht so schwierig ist. 🙂 Also begannen wir unsere Tour inmitten von gefühlten Millionen Touristen – nein, aber es ging gerade noch so. Einige Motive werde ich im Frühherbst wieder aufsuchen, weil, die tollsten Motive sind ohne Menschen einfach nicht zu machen. Dieses Jahr sowieso nicht. Man hat das Gefühl, ganz Deutschland befindet sich zur Zeit im Norden. Da hilft es auch nichts, das die ersten Rückreiser weg sind, wenn die nächsten, die jetzt erst Urlaub haben, nachrücken. Vor zwei Monaten merkte ich bei einem Gespräch an, dass es wohl nicht mehr lange gut geht. Gestern lese ich in der Zeitung; man spricht schon von einem Kollaps im Norden Deutschlands, von den Einheimischen will keiner mehr was von den Urlaubern wissen, verhalten sie sich doch oftmals rüpelhaft und arrogant…

He, nur nicht so böse… ich gebe nur wieder.

Allein im Hafen kann man sich dumm und dusselig fotografieren. Sei es in der Museumswerft, heute mal nicht… 🙂 oder im Museumshafen, nur mal kurz durchgeschlendert aber schon wieder neue Motive gefunden.




Kompagnietor
Das 1602-04 erbaute Kompagnietor zählt zu den schönsten Baudenkmälern Flensburgs. Geziert vom Flensburger Stadtwappen und dem dänischen Königswappen Christian IV. diente es als Versammlungshaus des Schiffergelags. Diese bis heute aktive Gilde Flensburger Kapitäne und Schiffer hielt hier ihre Versammlungen ab.
Salondampfer Alexandra
Die Fischbude mit dem weltbesten Fischbrötchen, belagert wie nix Gutes. Nicht, dass wir eine Pandemie haben, keine Masken getragen werden, bei diesen Abständen zwischen den Menschen, da hat es mir nur ein unverständliches Kopfschütteln entlockt. Irgendwie lebt es sich sorgloser anscheinend leichter.
Der Ballastkai.



Wenn die Segelschiffe keine Fracht geladen hatten, wurde zur Sicherung ihrer Stabilität „Ballast“ geladen, also ersatzweise ein Gewicht in den Schiffsladeraum eingebracht. Dazu nahm man in Flensburg Sand. Dieser fand sich reichlich auf dem Ostufer der Förde am sogenannten Ballastberg, heute Blasberg, nördlich des Lautrupsbachs. Hier luden die Schiffe seit 1581 den Sand an einer besonderen Ballastbrücke, an die bis heute der gleichlautende Straßenname erinnert.
Ich liebe diesen alten Kahn… Wird als Wohnschiff genutzt… oder fest angelegtes Hausboot…

Birgit trieb es hin und wieder auch an die Hauptstraße zurück, weil auf der anderen Seite eben diese wundervollen alten Gebäude stehen, die Flensburg ausmacht. Und so befanden wir uns ziemlich schnell am Nordertor, ein Wahrzeichen Flensburgs. Man mag viel davon gehört haben, doch wenn man selbst davor steht, ist man überrascht wie klein es doch eigentlich ist 🙂 Ich ließ mich dort auch zu einem Besuch in die öffentlichen Toiletten hinreißen: Ehrlich, allein von öffentlichen Toiletten sollte man einmal einen Bildband herstellen… vielleicht würden dann einige Menschen zur Besinnung kommen, was die dort eigentlich verbrechen…

Der nächste Trip ging in die Norderstraße. Eine Künstlerstraße per Exzellenz. Nicht nur die Fassaden der Häuser laden regelrecht dazu ein, fotografiert zu werden, sondern jede Menge Attraktionen am Rand ebenso. Da gibt es als erstes unübersehbar, wenn man den Blick nach oben wendet, Schuhe! Jede Menge Schuhe, gebunden und gespannt auf einer Leine, die quer über die Straße führt. Von einer Hauswand zur nächsten. Und nicht nur eine Leine, e gibt da schon einige mehr… Schuhe…

Was mich immer wieder anzieht sind nicht nur die Katzen, die eine Künstlerin an die Hauswände malt ( ich habe seinerzeit den Katzen eine eigene Rubrik gegönnt), https://12lensesin7groups.wordpress.com/2019/07/06/katzenparade/ sondern immer wieder auch neue Graffities. Gefolgt von gesprayten Sinnsprüchen mal mehr mal weniger sinnig…

Und Flensburgs Norderstraße hat noch einen anderen großen Charmegewinn: die Hinterhöfe. Liebevoll gestaltet, eingerichtet oder sonst wie anziehend hergerichtet sind sie immer wieder ein Gewinn für jeden Fotografen. Das Schwierige ist aber immer noch: Knips das mal so, wie es noch keiner geknipst hat. Dieser Satz ist bei mir ständig im Kopf. Oder auch: Normal gibt’s schon, mach endlich was anderes. Doch entweder fehlt mir die Fantasie oder ich krieg’s einfach nicht hin. So bleiben es mehr oder weniger doch Dokumentationen. Und da ist es dann auch egal, ob ich meine Architekturbilder mit Absicht schräg stelle oder nicht.

Nach einer kleinen Pause in „ISA“s Eisdiele, wo man wunderbares selbst gemachtes Eis und Kaffeeköstlichkeiten, und auch Kuchen, wer möchte, genießen kann, geht es weiter die Norderstraße hinunter, vorbei an einem Gebäude wo auch Beate Use ihr Unwesen getrieben hat…

Schuhe scheinen hier einfach eine große Rolle zu spielen…
Ein Spiegelbild bei ISA…
Und dann entdecke ich etwas völlig kurioses. Nicht, dass ich nicht wüsste, wie es entstanden ist, nur bei dem Gedanken hätte ich diese beiden Mädchen schon ganz gern mal kennen gelernt – nur mal so…
Kommen wir nun in den berühmt-berüchtigsten Ort von Flensburg: Dem Oluf Samson-Gang
Analogiker
Hat mich so was von angesprungen, das Motiv…
Gab auch mal n paar Walfänger hier…
… und düstere Kirchen…
Jo, und hier hat die gute Bea mal gehaust…

Wir wenden uns ab und gehen gegenüber in die Marienstraße. Die hat mich auch beim ersten Mal ziemlich beeindruckt, ob der vielen bunten Häuser dort, auch ziemlich schäbig geht es dort zu, ein fest für die Squeezerlens… Übrigens habe ich von dem 8kg schwerem Geraffel noch nicht einmal etwas anderes benutzt. Grrrmmmbl… wozu auch, mir macht die Squeezerlens immer noch gewaltig Spaß, wenn man daran denkt, dass ich zu Anfang eigentlich gar nicht so gut mit ihr konnte und wollte.

Wir verlassen jetzt die Marienstraße und gehen zur Reepschlägerbahn in den Alten Friedhof Flensburgs. Der hatte es mir damals auch angetan, doch heute war mir nicht so danach, irgendwie erschien mir der ganze Hof wie eine gewaltige Baustelle…

Jetzt ging es schon nicht mehr so forschen Schrittes zum Naturwissenschaftlichem Museum auf dem Museumsberg. Von da aus MUSS man eigentlich die Aussicht auf die Rathausstraße fotografieren… tolle Aussicht!Dann geht es wieder hinunter und auch von unten sieht das Museum richtig gut aus.

Nun geht es langsam wieder zurück, denn so langsam meldet sich nicht der kleine, sondern tatsächlich der große Hunger. Wir betreten ein Lokal namens „SENFMÜHLE“, kriegen auch den so gut wie letzten Tisch und machen es uns draußen gemütlich. Ein wenig später stieß dann auch Mona hinzu und so ließen wir den für mich zunächst wieder ersten Teil, ausklingen.

Ein schöner „Fotowalk“ , den man unbedingt wiederholen sollte.

Ich werde mich damit nicht lange aufhalten – bis heute steht fest, das ich mich mit Leonie am 14. in Flensburg aufhalten werde. Und dann gibt es wieder völlig andere Ansichten von dieser herrlich gemütlichen Stadt.

Da war aber einer ganz schön böse…

Aber nicht für lange… 🙂

STAY TUNED

Nanu?

Zitat:

„Wir sind nicht mehr länger eine Plattform, auf der Fotos geteilt werden.“

https://www.heise.de/news/Instagram-will-keine-Foto-Plattform-mehr-sein-Video-im-Vordergrund-6125028.html

Was bedeutet das jetzt für Fotografen? Endlich die Einsicht zu einer Plattform zu wechseln auf der die sorgfältig bearbeiteten Bilder auch gerecht zur Darstellung kommen?

Wir werden sehen…

Zustand der allgemeinen Verfassung, Update III

Diagnose/Verdachtdiagnose

Depression

Auftrag

Psychotherapie

So steht es auf meiner neuen Überweisung… Mein Arzt hat mich für einen ganzen Monat aus dem Verkehr gezogen… Jetzt muss ich nur noch einen Therapeuten finden, der mir helfen kann…

Abgesehen davon habe ich heute um 15.15 meinen zweiten Pieks bekommen und immer noch keine Nebenwirkungen. Ich stelle das mal positiv dar. Wenigstens eines an diesem Tag.

Niemals in meinem Leben hätte ich gedacht, dass mir so etwas jemals passieren könnte… Und nun stecke ich mittendrin…

The old Greenhouse

Auf den Spuren meiner Vergangenheit

Stubbendorf heißt das Nest. Es liegt zwischen Osdorf und Noer im Dänischen Wold von Schleswig Holstein. Dort verbrachte ich meine Kindheit und meine Jugend. Und dies ist das Treibhaus meines Vaters, das es immer noch stand, selbst so lange nach seinem Tode, hatte mich jetzt überrascht. Er verbrachte eine Unmenge an Zeit dort drinnen. Säte Blumen aus, pikierte diese um sie dann als fertige Pflänzchen zu einer seltenen Pracht zu begleiten. Salvien waren seine Lieblingsblumen. Überall loderten die roten Blüten wie kleine Feuer im Vorgarten. Dieses war der Nutzgarten. Insgesamt hatten wir knapp 1500 Quadratmeter zur Verfügung, die uns zur Selbstversorgung mit Kartoffeln, später im Herbst eingeweckten Bohnen, Erbsen und Wurzeln, das ganze Jahr reichten.

Das war einmal unser Kartoffelacker… wahrlich nur ein Teil davon. Als dieser verwildert war, mähte mein Bruder, der dieses Grundstück noch bewohnt, alles kurz und klein nieder. Wer sollte das Land bewirtschaften? Er selbst war selbstständig und ich hatte noch nie einen grünen Daumen. So verfiel recht schnell ein Garten Eden. Ja, das war er. Ich kannte keinen weiteren „Gärtner“ der so ein Schmuckstück geschaffen hatte.

Wenn ich es mir so überlege, kann ich gar nicht glauben dort gewohnt zu haben. Im Vergleich zu meiner jetzigen Behausung eher eine Ruine… und dennoch war ich hier sehr viele Jahre sehr glücklich. Das Fenster oben im Haupthaus ist das Fenster meines Zimmers. Ich hatte einen schönen Ausblick auf eine große Koppel, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagten… Heute ist es das Schlafzimmer meines Bruders.
Davor der Geräteschuppen. Rasenmäher, Heckenschere, Harken und Spaten und im Herbst fanden hier die Kartoffeln Platz. Heute beherbergt der Schuppen das Motorrad meines Bruders. Rechts das Gebäude war ganz früher mal ein Schweinestall. Doch dieser wurde schon länger als Werkstatt von meinem Vater genutzt.

Mein Vater war ein Meister im Herstellen von kompostierter Erde. Eine große Gitterbox zu Anfang, dann eine mittlere für das Vorjahresgestrüpp und schließlich eine dritte für die reine Erde, die fein säuberlich durchgesiebt wurde. Das ist so ziemlich die einzige Eigenart, die ich von meinem Vater abgekupfert und bis heute beibehalten habe. Wertvoller Dünger… Irgendwann wird alles wieder zur Erde.

Das war der ganze Stolz eines Mannes, der wusste, was er tat. Rhabarber von einer schier unglaublichen Größe. Verkümmert zu einem kleinen Rest. Was haben wir für eine Menge an Grütze und auch Saft von den leckeren Stangen erhalten… Fast unglaublich…

Eines der drei großen Frühbeete. Was im Treibhaus fertig war, wurde zunächst hier ausgepflanzt, damit die kleinen Pflänzchen groß und stark werden konnten. Heute ist dort der beliebte Schachtelhalm zu Hause.

Noch mal einen letzten Blick ins Innere von meines Vaters liebsten Arbeitsort… Wenn ich daran denke wie akkurat und sauber und fein penibel er alles in Schuss gehalten hat… Seufz…Aber wie heißt es so schön: Alles hat seine Zeit.

All pictures from my android smartphone Samsung Galaxy 51A

Zustand der allgemeinen Verfassung, Update II

Aus und Vorbei.

Nach vier Tagen und Nächten bin ich nach einer weiteren schlaflosen Nacht und mit Schmerzen im Bauchraum und im unteren Teil der Wirbelsäule widerwillig zur Arbeit gefahren. Ich hatte es nicht eilig, fuhr dementsprechend langsam. Ob ich heute zu spät kam oder nicht war mir mehr als egal. Ein schöner Morgen der mich begleitete. Eigentlich sollte ich glücklich sein, so etwas zu erleben. War ich aber nicht.

Bssss…. wegdusel….

Tuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuut-Tuuuuuuuuuuuuuut…… dröhnte es plötzlich, ich begriff noch in letzter Sekunde, was da ablief! Riss das Steuer herum und konnte so eine saftige Kollision mit der Leitplanke der Levensauer Hochbrücke verhindern. Das Maß war jetzt voll!

Gestern noch hätte ich beinahe einen Fußgänger wegen Müdigkeit am Steuer erledigt, heute mich fast selbst. So würde es nicht weiter gehen. Von 6.00 morgens – 14.00 am Nachmittag mit einem hohen Tempo arbeiten, bei erschwerten Coronabedingungen und einer Scheißbelüftung in den Maschinenhallen, die einen imposanten Lärmpegel zur unwirklichen Szenerie hinzufügten. Zuerst war mein Gedanke in die Umkleidekabinen zu gehen, doch mein Innerstes trat einen gänzlich anderen Weg an: Direkt in die Meisterbude. Dort fackelte ich nicht lange, gab meine Stempelkarte ab und verließ nach einem kurzen Gespräch das Gelände.

Mein Körper und mein Geist waren zu diesem Zeitpunkt nicht im Einklang, ich fühlte mich dermaßen beschissen, dass ich mich in meinen Wagen setzte und erst einmal hemmungslos los heulte. Das war nicht mehr meine Welt, und schon gar nicht meine Arbeitswelt. Nach einer viertel Stunde beruhigte ich mich wieder ein wenig, startete den Motor und trat den Heimweg an. Nach vier, fünf Kilometern verschwanden meine unerträglichen Bauchschmerzen so langsam.

Kaum zu Hause angekommen, musste ich an einem hohen Rapsfeld vorbei, rechts am Rand traten sich vier Damhirsche auf die Hufe… Ich hielt an und fragte durch die geöffneteScheibe, ob sie über die Straße wollten. Eine Antwort gab es nicht, doch mit ein zwei Sätzen waren sie bald auf der gegenüber liegenden Seite verschwunden…

Im Haus selbst räumte ich die Geschirrspülmaschine ein, es war doch so einiges von ein paar Tagen liegen geblieben. Keine Zeit, kaputt, fertig… eigentlich wir beide gemeinsam: Seit Monaten schon krachte Sabine nach der Arbeit aufs Sofa und kam da auch vor zwei Uhr nachts nicht wieder hoch. Scheiß Zeit im Moment.

Dann überlegte ich mir, was ich weiter tun sollte, gleich zu meiner Leihbude fahren und den Sachverhalt mal ganz neu klären?

Ich ließ den Geschirrspüler rappeln und fuhr los. Da kam mir ein anderer Gedanke: Irgendwie musst du ja den jetzigen Tag als arbeitsunfähig markieren lassen, und überhaupt. Ich entschied mich zu meinem Hausarzt zu fahren und mit ihm über mein Problem zu reden. Einen Termin für Montag, ja das wäre praktisch. Schon als ich die Tür zur Praxis öffnete, ging das Geheule von vorn los. Ich war einfach nicht in der Lage, diesen Umstand zu verarbeiten.

Die Arzthelferin sah wohl schon, was los war und nahm mich sofort vor allen anderen auf und keine zwei Minuten später erklärte mein Hausarzt den Notfall und ich musste alles raus lassen. Und schon wieder heulte ich wie ein Schlosshund. Was habe ich über meine Kollegen gelästert, die dieses Problem schon viel früher hatten: Weicheier! Und jetzt war ich selbst mehr als genug betroffen!

Er schrieb mich dann für den Freitag und die gesamte nächste Woche krank. Donnerstag Vormittag wird ein weiteres Gespräch stattfinden, wie der Lage zu begegnen ist. Donnerstag Nachmittag erfolgt meine zweite Corona Impfung… Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, gehört aber irgendwie mit dazu. Wer weiß wie die Wirkung ausfällt.

Jetzt brauchte ich noch einen Corona Schnelltest, an der Kurpromenade sollte es eine Teststation geben, doch wat n Scheiß! Mit Smartphone anmelden und dann warten bis man aufgerufen wurde. Mein Wischkäschtle hatte ich natürlich nicht dabei, also verließ ich den Ort wieder und begab mich zu meiner Lieblingseisdiele – nach zwei Jahren Abstinenz. 6 Kugeln, wie immer und eine siebte damit es mir wieder besser ging. Nette Geste. Irgendwie brauchte ich das jetzt. Und meinen Corona Schnelltest holte ich mir in Rieseby, ein paar Kilometer weiter in Richtung Heimat. Und dort wurde das Ganze so was von lax abgehalten – geht doch!!

Ich habe Angst, dass es mit meiner Gefühlsleben schlimmer wird, als ich je gedacht habe. Mein Nervenkostüm ist arg ramponiert…

Wer will, stay tuned…

Zustand der allgemeinen Verfassung, ein Update

Vor kurzem noch sah die Welt nicht ganz so rosig aus für mich. Kurz vor der Rente, aber immer noch zu weit weg, rechnete ich nicht mehr sehr viele Chancen aus. Es kamen von Euch ein paar schöne Ratschläge, was ich tun könnte, doch irgendetwas in mir sagte ganz einfach: Abwarten und Tee trinken! Natürlich habe ich nicht abgewartet. Nach vielen erfolglosen Bewerbungen an Firmen die für mich in Frage kamen, nahm ich eine andere Strategie. Da viele Firmen nicht mehr selbst sondern über Leihfirmen einstellen, streute ich eine ganze Batterie von Bewerbungen in die Arbeitswelt. Zunächst passierte 4 Monate nichts, doch dann ging alles ziemlich schnell. Ich bekam einen Anruf von einer Leihbude auf die Möglichkeit als CNC Maschinenbediener. Ausgerechnet! CNC! Meine persönliche Hasskappe…

Aber ich ließ mich überzeugen und einen Tag später unterschrieb ich den Arbeitsvertrag. Es ist nicht das Traumgehalt, aber ich komme damit klar. Es gibt da Dinge, die mir wichtiger sind, als das. Vor allem der Wegfall der Gängelei durchs Arbeitsamt. Endlich wieder Ruhe. Das hellt schon mal ordentlich den Horizont auf.

Drei Tage später, also heute, hatte ich meinen ersten Arbeitstag bei DEM Gelenkwellenhersteller in Kiel. 70% vom Weltmarkt beliefert der. Ich hatte die letzte Nacht ziemlich schlecht geschlafen: Was würden für Anforderungen auf mich zukommen, wie sind die neuen Kollegen drauf und vor allem: wo sollte ich parken? DAS war eines meiner essentiellen Probleme. Auf Google Maps konnte ich keinen Firmenparkplatz erkennen. Nun, als ich ankam, war das Tor offen und vor dem Hauptgebäude war Platz genug. 🙂 Jo, alle für die Geschäftsleitung und ich mitten drin… egal, jetzt weiß ich, wo ich parken kann… wenn auch ziemlich eng alles.

So lernte ich zunächst Jan kennen, ein fröhlicher sympathischer Junge, der mir im Schnelldurchlauf die Firma vorstellte. Das hat natürlich auch seine Schattenseiten. Diese Firma ist so groß, dass ich mich im Laufe des Tages noch mehrmals verlaufen sollte. Wo waren die Toiletten noch mal? Die Kantine? Die Stempeluhr? Wo der Automat für die persönliche Schutzausrüstung? Keinen Schimmer… Auch am Ende des ersten Arbeitstages nicht… wo die Sozialräume waren, fand ich auf Anhieb wieder heraus.

Dann lernte ich Stefan kennen, die erfahrene CNC Fachkraft, die mich jetzt anlernen sollte. Stefan kam mir sehr freundlich entgegen, und nach den ersten Sätzen wusste ich, mit dem wird es bestimmt richtig gut laufen. Und so war es auch. Wir bedienten 4 Hämmermaschinen die zur Kaltumformung von Gelenkwellen gebraucht wurden. Hämmern, das wusste ich noch aus meiner alten Firma ist laut – sehr laut. Unsere Verständigung war nicht immer die Beste, irgendwann klappte das aber auch. Gehörschutz musste den ganzen Tag getragen werden, Handschuhe auch. Und das bei einer gefühlten tropischen Hitze. Solche Maschinen sondern eine Wärme ab, das ist unglaublich. Und Klimaanlagen für die Beschäftigten: Wo kommen wir denn da hin…

Meine erste Aufgabe bestand darin, Die Zufuhr von Werkstücken klarzustellen. Das hieß: Eine große Kiste mit Rohlingen, oder teilweise bearbeiteten Rohlingen aus dem Puffer holen, vor der Maschine abstellen und den Zulauf sichern. Drei bis vier Wellen auf einmal in die Hand und in einen Förderschacht legen. Da nun aber vier Maschinen zu bestücken waren summierte sich diese Arbeit mal vier. Natürlich teilten Stefan und ich uns diese Arbeit. Dennoch: ich hatte den ganzen Tag keinen Leerlauf. Denn irgendwann waren die leeren Kisten in den Maschinen auch mal voll, die mussten dann entnommen werden, eine leere Kiste wieder hinein und weiter ging es.

Stefan brachte mir dann wie nebenbei auch noch die erforderlichen Schritte zu diesen letzten Arbeitsgängen bei. Ehrlich gesagt, ich hatte nicht erwartet, das jemals zu behalten… CNC und ich… doch es kam anders: Bis Feierabend lief das richtig rund. Erster Tag vollkommen gelungen.

Was mich allerdings am meisten stört das sind die Arbeitsbedingungen aufgrund der Pandemie Vorschriften. Und davon am meisten das Tragen der Maske. Arbeiten und Maske tragen, am besten noch mit Schutzbrille bei dieser Hitze bringt dich an den Rand des Wahnsinns… Gott sei Dank musste ich das Ding nicht andauernd tragen, sonst wäre ich gleich wieder gegangen.

Das Fazit des Tages: Ich gehe morgen wieder hin… 🙂